RESERVISTEN-RATINGEN
Im Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e. V

UNIFIL- Einsatz

Schnellboote für neun Monate in den UNIFIL -Einsatz

Glücksburg, 13.10.2008, Detlef Struckhof.
Am 13. Oktober haben die Schnellboote S73 HERMELIN und S77 DACHS vom 7. Schnellbootgeschwader ihren Heimathafen Rostock-Warnemünde verlassen. Sie werden den UNIFIL -Einsatz der Vereinten Nationen (UN) vor der libanesischen Küste unterstützen und dort das Seegebiet bis Ende Juni kommenden Jahres überwachen. Erste Herausforderung während der zweiwöchigen Überfahrt wird die Querung der Biskaya sein. "Die Fahrt mit einem Schnellboot zu dieser Jahreszeit ist eine echte Herausforderung für Boote und Besatzungen, weil die Biskaya für ihre Herbststürme berüchtigt ist" , sagt Korvettenkapitän Dr. Sascha Zarthe (33), Kommandant des Schnellbootes S73 HERMELIN.

Ein Containerschiff passiert vor der lebanesischen Küste das Hohlstablenkboot AUERBACH.LupeContainerschiff vor der lebanesischen Küste
(Quelle: © 2007 Bundeswehr / Pressestelle Limassol)

Die Besatzungen haben sich sechs Monate lang auf diesen Einsatz vorbereitet. Die Marinesoldaten wurden in Landeskunde und rechtliche Voraussetzungen für den UN-Einsatz unterrichtet. Sie wurden medizinisch untersucht, erhielten notwendige Impfungen und sind mit spezieller Bekleidung für die dortigen klimatischen Verhältnisse ausgerüstet worden.
Auch für die Sicherheit der Besatzungen ist gesorgt: So verfügen die Boote jetzt über einen neuen Schutz gegen Handfeuerwaffenbeschuss.

Besatzungen werden dreimal ausgetauscht.

Die Boote stehen unter dem Kommando der 33 Jahre alten Korvettenkapitäne Dr. Sascha Zarthe (HERMELIN) und Olliver Pfennig (DACHS). An Bord der Schnellboote befinden sich jeweils 40 Besatzungsmitglieder, darunter insgesamt drei Frauen sowie Soldaten der Marineschutzkräfte. Die Besatzungen der Boote werden in den kommenden neun Monaten dreimal ausgetauscht, um die Einsatzbelastung der Marinesoldaten und ihrer Angehörigen so gering wie möglich zu halten. " Dies spart auch Transitzeiten und Kosten" , sagt Fregattenkapitän Nicolas Liche (37) vom 7. Schnellbootgeschwader. Die Versorgung der Boote und Besatzungsmitglieder übernimmt der Tender ELBE, der sich bereits auf Zypern befindet. Auf ihm ist eine Bordwetterstation eingerichtet worden.

Video-Liveschaltungen an Weihnachten.

Da die Weihnachtszeit und der Jahreswechsel in den Abwesenheitszeitraum fallen, kommt der Familienbetreuung bei diesem langen Einsatz eine besondere Bedeutung zu. Um die Trennung während dieser Zeit für die Familien und Soldaten erträglicher zu machen, werden bei einer Betreuungsveranstaltung, kurz vor den Feiertagen, aufgezeichnete Videobotschaften gezeigt. Außerdem wird das Geschwader ein Geschenkeaustausch in beide Richtungen organisieren.

Schnellboot S 77 DACHS in FahrtLupeSchnellboot S 77 DACHS in Fahrt
(Quelle: © 2004 Bundeswehr / PIZ Marine)
Kontakte zu Patenstädten
Patenstädte der Schnellboote sind Werne (DACHS) und Pirmasens (HERMELIN). Zwischen ihnen und den Besatzungen bestehen langjährige enge Verbindungen. Kommandant Zarthe sagt: "Die Patenstädte bleiben den Besatzungen, die sie als ihre Mitbürger betrachten, auch während des langen Einsatzes treu. Wir haben uns bei ihnen verabschiedet und uns gegenseitige Kontaktpflege versprochen."

Freundschaftsbesuch in Brest.

Auf der Fahrt nach Zypern werden die beiden Boote kurz im französischen Hafen von Brest festmachen. Während dieses Freundschaftsbesuchs wird eine einheimische Schulklasse an Bord kommen. Die Schüler lernen an ihrer französischen Schule Deutsch. Somit dient dieser Einsatz auch der Völkerverständigung zwischen den ehemaligen Kriegsgegnern Deutschland und Frankreich, die sich in den zurückliegenden 60 Jahren zu einer Freundschaft zwischen den Ländern entwickelt hat.