Der Wüstenkrieg in Afrika 1940 - 1943
- Siege und Untergang des deutschen Afrikakorps -
Vortrag von Dipl.-oec. Ralph W. Göhlert und Rektor a.D. Günther Piper.
Als Italien am 10.6.1940 an der Seite des Dt. Reiches in den Krieg eintrat,stand in der italien. Kolonie Libyen eine italien. Heeresgruppe (Balbo, späterGraziani), bestehend aus der 5. Armee (Gariboldi) mit 3 Armeekorps (6Infanteriedivisionen, 2 Milizdivisionen und 1 Kolonialdivision) und der 10.Armee (Berti) mit 2 Armeekorps (3 Infanteriedivisionen, je 1 Miliz- undKolonialdivision), insges. 7206 Offiziere und 145 569 Unteroffiziere undMannschaften mit 339 leichten Panzern, 1441 Geschützen und 7360 Kraftfahrzeugen.
Die Artillerie war veraltet, die Panzerabwehrmittel waren dürftig. Dennoch hoffte Mussolini, gegen die um ein Vielfaches schwächeren brit. Streitkräfte in Ägypten zu raschen Erfolgen zu kommen, und begann seinen "Parallelkrieg" in Nord-Afrika.
Am 13.9.1940 trat die 10. Armee mit 6 Divisionen und 8 Panzerbataillonen an der libysch-ägypt. Grenze zur Offensive an, unterstützt von 135 Jagdflugzeugen, 110 Bombern und 45 Schlachtflugzeugen. Sidi Barrani fiel am 16.9., doch drei Tage später brach Graziani den nur widerwillig begonnenen Angriff wegen angebl. Nachschubschwierigkeiten ab und nahm ihn auch nicht wieder auf. In den folgenden Wochen blieb es an der Front verhältnismäßig ruhig, dann aber ging Anfang Dezember 1940 das brit. XIII. Korps (O´Connor) mit 31 000 Soldaten, 120 Geschützen und 275 Panzern zum Gegenangriff über, der sich für die Italiener zu einer Katastrophe entwickelte.
Im ersten Anlauf zerschlug O´Connor ein italien. Korps und nahm 4 Generale und 38 000 Mann gefangen. Die Beute betrug 237 Geschütze und 73 Panzer. Am 11.12. rückten die Briten in Sidi Barrani ein, am 17.12. erreichten sie Sollum an der libyschen Grenze, am 2.1.41 Bardia. In der Festung Tobruk kapitulierten am 22.1. über 25 000 Italiener, darunter 2000 Marinesoldaten, und am 6.2. zog O´Connor in Benghasi ein. Logist. Probleme zwangen die Briten am 8.2.41 bei El Agheila stehen zu bleiben. Bei einem Verlust von 558 Toten und 1373 Verwundeten hatten sie 10 italien. Divisionen vernichtet, 408 Panzer und 1290 Geschütze erbeutet sowie 130 000 Gefangene, darunter 19 Generale, eingebracht.
Mussolini hatte anfängl. dt. Hilfsangebote brüsk abgelehnt, da er zu Recht befürchtete, wie er Badoglio gegenüber äußerte: "Wenn sie erst einmal bei uns Fuß fassen, kommen wir nicht mehr los von ihnen." Nun bat er selbst am 19.12.40 um Unterstützung, woraufhin Hitler am 9.1.41 die Entsendung eines "Sperrverbandes" nach Libyen befahl, um den erwarteten Verlust der restl. italien. Kolonie und den dann unausweichl. Prestigeverlust zu verhindern. Die hierfür formierte 5. Leichte Division (Streich) wurde vom 8.2. an überführt, die 15. Panzerdivision folgte rasch. Den Befehl über die dt. Truppen (Dt. Afrika-Korps) erhielt am 12.2. General Erwin Rommel.
Zur Luftunterstützung verlegte das X. Fliegerkorps nach Sizilien.
Entgegen Hitlers Abwartekonzept unternahm Rommel am 22.3.1941 bei El Agheila einen Aufklärungsvorstoß, aus dem sich eine stürm. Gegenoffensive entfaltete, die am 4.4. zur Einnahme von Benghasi und am 8.4. von Derna führte. Die Rückeroberung Tobruks scheiterte zwar, doch erreichten die dt. Truppen am 11.4. Bardia und schnitten damit die Festung von den Landverbindungen ab. Rommel sagte später über die unerwarteten Erfolge: "Wir hatten nichts. Ungewollt sind wir eigentl. in diese Offensive hineingeschlenkert." Gegenmaßnahmen ließen nicht lange auf sich warten: Angriffe der Briten im Mai ("Brevity") und Juni 1941 ("Battleaxe") scheiterten, doch ein dritter seit 18.11. zur Entsetzung Tobruks ("Crusader") zwang Rommel zum Rückzug. Am 23.12.1941 gab er Benghasi auf und stand Anfang Januar 42 wieder in seiner Ausgangsstellung vom März 1941.
Doch schon am 23.1. ging Rommel im Schutz heftiger Sandstürme gegen einen völlig überraschten Gegner erneut zur Offensive über und rückte am 29.1. wieder in Benghasi ein. Am 3.2. erreichte er Derna, konnte dann aber erst am 26.5.1942 nach Überwindung großer Nachschubschwierigkeiten seinen Angriff fortsetzen ("Theseus"). Nach einer Verzögerung vor Bir Hacheim stieß er nach Osten vor, brach dann aber entgegen allen brit. Erwartungen den Vormarsch am 18.6. ab, drehte drei Tage später nach Westen und nahm am 21.6. Tobruk. Die Deutschen machten reiche Beute, die Rommels Nachschubsorgen vorerst behoben, und brachten 33 000 Gefangene ein. Hitler beförderte den "Wüstenfuchs", so Rommels Spitzname wegen des listenreichen Taktierens, zum Generalfeldmarschall, und zwei Tage danach überschritt die dt.-italien. Panzerarmee in Afrika die ägypt. Grenze. Sie erreichte am 30.6. die Enge von El Alamein zwischen Kattara-Senke und Küste 100 km westl. von Alexandria, versuchte bei überdehnten Nachschubsträngen jedoch vergebl., hier die brit. Verteidigung zu durchbrechen. jetzt rächte sich, dass die Achsenmächte versäumt hatten, die brit. Insel Malta auszuschalten und damit die Versorgungsprobleme entscheidend zu mindern.
Vom 31.8. bis 2.9.1942 scheiterte ein letzter Versuch Rommels vor Alam Halfa, die Initiative zurückzugewinnen. Auch ein brit. Vorstoß gegen Tobruk am 14.9. ("Agreement") blieb noch erfolglos. Ein nächster Schlag der brit. 8. Armee (Montgomery) aber brachte die Wende. Am 23.10.1942 griff sie mit zehn Divisionen und vier Brigaden mit 1114 Panzern und 880 Flugzeugen fünf geschwächte dt. und sieben italien. Divisionen an, die nur über 530 Panzer und 372 Flugzeuge verfügten. Der in Abwesenheit Rommels führende General der Panzertruppen Stumme fiel. Am 2.11. durchbrach Montgomery nach mehrtägiger Materialschlacht mit großem Artillerieaufwand und rollenden Luftangriffen die Stellungen der Achsentruppen und brachte 30 000 Gefangene ein. Gleichzeitig landeten die Alliierten am 7./8.11.42 in Marokko und Algerien ("Torch"). Rasch nach Tunesien überführte dt. und italien. Truppen konnten zwar den Verlust dieses Teils von Frz. Nord-Afrika verhindern. Die Bedrohung durch die von Westen anrückende brit. 1. Armee (Andersen) mit dem brit. V. Korps (Allfrey), dem frz. XIX. Korps (Koeltz) und dem II. US-Korps (Fredendall) zwang jedoch Rommel in Libyen zum Rückzug. Am 13.12.1942 räumte er Tobruk und einen Monat später El Agheila. Mit der Aufgabe von Tripolis am 23.1.1943 war die italien. Kolonie Libyen endgültig verloren. Ein letzter Offensiv-Versuch Mitte Februar 1943 in Tunesien über den Kasserine-Pass brachte nur Anfangserfolge, ein Vorstoß Rommels am 6.3. aus der Mareth-Linie heraus gegen die vorgewarnte brit. 8. Armee blieb ebenfalls liegen.
Drei Tage später gab Rommel wegen Krankheit das Kommando über die Heeresgruppe Afrika an Generaloberst v. Arnim ab, der schließl. am 13.5.1943 mit den Resten von elf dt. und sechs italien. Divisionen kapitulieren musste: 157 000 dt. und 86 700 italien. Soldaten gerieten in Gefangenschaft, darunter auch der OB der italien. 1. Armee Marschall Messe. Eine trotz ständig bedrohter Seeverbindungen durchaus mögl. Rettung großer Teile der dt.-italien. Streitkräfte hatte Hitler abgelehnt. Zwischen dem 6.1. und
7.2.1943 hatten italien. Zerstörer noch 15 580 Soldaten nach Tunesien gebracht, auf dem Luftweg waren bis Ende April insges. noch 57 500 gekommen, und allein im April waren noch 2500 über See und 8388 per Lufttransport gefolgt, wobei 93 Maschinen verloren gingen. Die Verluste im gesamten Afrikafeldzug: 18 594 gefallene und 3400 vermisste Deutsche, 13 748 gefallene und 8821 vermisste Italiener, 35 476 gefallene sowie im Endkampf in Tunesien dazu 6233 gefallene, 10 599 vermisste und 21 528 verwundete Briten (inkl. Commonwealth), 2715 gefallene, 6528 vermisste und 8978 verwundete Amerikaner, 2156 gefallene, 7007 vermisste und 10 276 verwundete Franzosen.
Zusammenfassung und Übersicht dieses Vortrages.
Von Dipl.-oec. Ralph W. Goehlert.
Militärhistorischer Arbeitskreis der RK-Ratingen. Wüstenkrieg
Die Rolle des Mittelmeerschauplatzes im Zusammenhang des Zweiten Weltkrieges ist in den Darstellungen oftmals nicht richtig charakterisiert. Weder darf man diesen Kriegsschauplatz als bloßen "Nebenkriegsschauplatz" abwerten noch ihn als vollgültige Alternative zum Ostkrieg, zur alliierten Invasion in Nordfrankreich eine allzu hohe Bedeutung zuschreiben. Die Wahrheit liegt, wie so oft in der Mitte. Der deutsche Achsenpartner Italien war dabei mit seinem Kriegseintritt am 10.06.1940 der Auslöser. Der nach der Devise Mussolinis geführten Parallelkrieg südlich der Alpen spielte zunächst nur eine Randrolle und wurde erst nach den ersten schweren Niederlagen des italienischen Heeres und der italienischen Marine mit in die strategischen Erwägungen und Planungen der deutschen Führung einbezogen. Dieses führte zu einem Zug um Zug erweiterten militärischen Engagement Deutschlands bis hin zur federführenden (quasi alleinigen) Kriegführung.
Für Hitler war Nordafrika ein Nebenkriegsschauplatz, in den er durch die italienische Katastrophe gezwungen wurde, um den Bundesgenossen Italien nicht von England besiegen zu lassen und bei der Stange zu halten. Führerweisung vom 11. Januar 1941: " Die Lage im Mittelmeer erfordert aus strategischen, politischen und psychologischen Gründen deutsche Hilfeleistung. Tripolitanien muß behauptet werden." Trotz dieser so entschlossen klingenden Entscheidung darf man nicht übersehen, daß Hitler in Nordafrika nur an Verteidigungsmaßnahmen dachte. Seiner Meinung nach bestand keine Hoffnung, den Mittelmeerraum zu kriegsentscheidenden Aktionen zu nutzen. Der Krieg in Nordafrika kann in folgende verschiedene Operationsphasen eingeteilt werden:
Italienische Offensive nach Sidi Barrani September´40 Im Juni´40 betrug die Stärke der italienischen Streitkräfte in Nordafrika 9 reguläre Divisionen, 3 Divisionen Schwarzhemden, 2 Eingeborenendivisionen, zusammen 250.000 Mann. Ihnen gegenüber standen 36.000 britische Soldaten in Ägypten und 27.000 in Palästina. Am 13. Sepember´40 rückten die Italiener auf Sidi Barrani vor und befestigten es. Wavells Offensive nach El Agheila Dezember´40-Februar´41 Die Briten griffen am 9. Dezember´40 an mit dem Ziel, Sidi Barrani zurückzuerobern. Nach kurzen Kämpfen, bei denen Italien fast 8 Divisionen verlor, stießen die Briten in schnellem Vorstoß bis nach El Agheila vor. Damit war fast 2/3 italienisch Libyens unter britischer Kontrolle.
Britischer Angriff in Abessinien (Äthiopien) Januar-November´41 Nachdem Frankreich kapituliert hatte, konnte Mussolini den Versuch wagen, mit seinen Armeen in Afrika die Briten aus ihren afrikanischen Kolonien zu vertreiben und so die Kontrolle über das Mittelmeer und die Suez Route nach dem Fernen Osten zu erreichen. Italien verfügte in Äthiopien über 350.000 Mann, denen 21.500 Mann britische Truppen gegenüberstanden, davon 9.000 im Sudan, 8.500 in Kenia, 2.500 in Aden und 1.500 in Brit. Somaliland. Der Krieg in Ostafrika begann mit der Eroberung von Brit. Somaliland im August 1941. Daraufhin drangen brit. Truppen vom Sudan unter Gen. Platts sowie von Kenia unter Gen. Cunningham unterstützt von einer kleinen Kampfgruppe aus Aden nach Abessinien vor. Der letzte italienische Widerstand endete bam 27. November´41.
Rommels erste Offensive durch die Cyrenaika März-Mai´41. Rommel traf am 12. Februar´41 in Tripolis ein, einen Tag nach der Landung der ersten deutschen Truppen. Rommels Aufklärungsvorstoß begann am 24. März´41. Die durch den Abzug nach Griechenland geschwächten brit. Truppen mußten sich immer weiter zurückziehen. Es gelang trotz heftiger Angriffe nicht, Tobruk zu erobern, so stießen die dt. Truppen daran vorbei bis zum Halfaya Paß bei Sollum, wo sie durch heftige Gegenwehr zum halten gebracht wurde.
Sollum Schlacht (Sollum, Fort Capuzzo, Halfaya Paß) Juni´41 Gestärkt durch die Ankunft des Tiger Geleitzuges mit 238 Panzern war Wavell in der Lage, eine neue Offensive zu beginnen (Unternehmen "Battleaxe". Der britische Plan sah vor, den Halfaya Paß frontal anzugreifen während eine verstärkte Panzerbrigade über die Wüstenflanken auf Fort Capuzzo und Sollum vorgehen sollte. Der Angriff glückte nicht, obwohl der Paß kurzzeitig besetzt worden war, und die Briten zogen sich zurück.
Auch in lecks Offensive November-Dezember´41 Gen. Auchinleck löste daraufhin Wavell ab und griff am 18. November´41 an (Unternehmen "Crusader"). Nach vergeblichen Gegenangriffen und um nicht in Bengasi abgeschnitten zu werden zog sich Rommel am 31. Dezember´41 auf El Agheila zurück. Bei den Kämpfen verloren die Achsentruppen etwa 33.000 Mann gegenüber 18.000 der Briten. Am 17. Januar´42 kapitulierten die letzten abgeschnittenen deutsch-italienischen Truppen am Halfaya Paß.
Rommels 2. Offensive durch die Cyrenaika nach Ghasala Januar-Februar´42 Nachdem die Briten Rommel bis El Agheila zurückgedrängt hatten, glaubten sie, er sei für einige Zeit handlungsunfähig und zogen deshalb ihre Truppen zurück, um sie neu auszurüsten. Der Nachschub lief zu dieser Zeit durch heftige Luftangriffe auf Malta recht gut und so wurden die Truppen der Achse wieder voll kampffähig. Rommel ergriff erneut die Initiative und rückte auf Bengasi und schließlich bis Ghasala vor.
Der deutsche Vorstoß auf El Alamein Mai-Juni´42 Am Nachmittag des 26. Mai´42 begann der Angriff der Gruppe Crüwell und in der Nacht stieß Rommel um Bir Hacheim vor. Eingeschlossen im sog. Wurstkessel bei Sidi Muftah stieß Rommel in südlicher und dann östlicher Richtung vor. Nach und nach brachen sich die britischen Gegenangriffe in der überlegenen Feuerkraft des Afrikakorps und die brit. 8. Armee mußte die Ghazala Stellung aufgeben. Am 18. Juni´42 war Tobruk von Achsentruppen eingeschlossen, das am 21. kapitulierte. Nach dem Fall von Tobruk versuchte sich die brit. 8. Armee an der ägyptischen Grenze neu zu formieren. und zog sich auf Marsa Matruh zurück. Die Briten hatten gegenüber 3.360 deutschen Gefallenen über 50.000 Mann verloren sowie fast alle Panzer. Obwohl noch geschwächt, griffen die Achsentruppen mit 70 Panzern am 26. Juni´42 an und drangen fast bis El Alamein vor.
Die erste Schlacht von El Alamein Juni-Juli´42 Mit nur 2 voll einsatzfähigen Infanterie und einer noch im Aufbau befindlichen Panzerdivision ging Auchinleck daran, El Alamein zu verteidigen. Rommels Plan war, mit der Panzerarmee Afrika hier durchzubrechen und bis zum Nildelta vorzustoßen. Die Achsentruppen standen in einem Bogen vom Meer bis südlich des Ruweissat Rückens. Rommel hatte dabei so schwere
Verluste, daß er die Operation abbrach und seine Truppen neu formierte. Da Auchinleck es in dieser Situation für vordringlich hielt, seine Truppen wieder zu verstärken und sich weigerte, erneut anzugreifen, wurde er von Churchill durch Gen. Alexander als OB Mittelost abgelöst, Montgomery übernahm die 8. Armee.
Die Schlacht von Alam Halfa August-September´42 17 Tage nach Montgomerys Ankunft unternahm Rommel den letzten Versuch, die Verteidigungsstellungen von El Alamein zu durchbrechen. Es gelang jedoch nicht, die Alam Halfa Stellungen zu durchbrechen und die Achsentruppen gruben sich ein in einer tief gestaffelten Verteidigungsstellung zwischen dem Meer und der Qattara Senke. Durch Fahrzeugausfall und Treibstoffmangel konnte nicht weiter beweglich operiert werden und diese Stellung wurde zäh verteidigt.
Die Schlacht von El Alamein Oktober-November´42 Montgomery griff seinerseits erst an, als er Rommel an Kampfkraft, insbes. Flugzeugen und Panzern aus den USA, spürbar überlegen war. Nach schweren Gefechten und erfolglosen dt. Gegenangriffen und Nachschubproblemen setzte sich Rommel über Hitlers Durchhalteweisung weg und ordnete am 4. November´42 den Rückzug an.
Landung alliierter Truppen in Französisch Nordafrika November´42 Die Landung amerikanischer und britischer Truppen in Französisch Nordafrika erfolgte am 8. November´42, vier Tage nach Rommels Rückzug von El Alamein. Entgegen den alliierten Erwartungen leisteten die französischen Truppen vereinzelt Widerstand, in Oran kam es zu heftigen Kämpfen. und in Algier gingen 2 Zerstörer verloren. Am 9. November´42 einigte man sich auf eine Feuereinstellung. Seit dem 9. November´42 trafen in Tunesien dt. Truppen ein, die Rommels Rückzug decken sollten und nun vordrangen, um eine Verteidigungsstellung auszubauen und der alliierte Vormarsch konnte aufgehalten werden.
Dt. Rückzug von El Alamein bis zur Mareth Linie November´42-Februar´43 In den ersten drei Wochen ihres Vormarsches von El Alamein nach Westen wurde die 8. brit. Armee zwar durch schwere Regenfälle behindert, traf ansonsten jedoch nur noch auf wenig Widerstand. Rommels Truppen befanden sich in einem zu schlechten Zustand, um angreifen zu können. Verteidigungsstellungen bei El Agheila und Buerat mußten nacheinander aufgegeben werden. Montgomery nahm am 23. Jan´43 Tripolis ein, wurde aber durch Nachschubschwierigkeiten aufgehalten, bis er am 4. Feb´43 die Grenze nach Tunesien überschritt.
Die Schlacht von Kasserine Februar´43 Anfang Feb´43 hatte sich der Großteil von Rommels Truppen hinter die Mareth Linie zurückgezogen. Da die brit. 8. Armee durch Nachschubprobleme immer noch geschwächt war, griff Rommel die Alliierte 1. Armee Richtung Algerien an. Die Operationen begannen am 14. Feb´43. Nach heftigen Kämpfen erreichte Rommel Kasserine und ging weiter vor. Am 24. Feb´43 brach er nach heftigen Kämpfen unter starkem Gegendruck den Angriff ab und befahl den Rückzug. Gegenüber den Verlusten der Achse in Höhe von 2.000 Mann hatten die Alliierten 10.000 verloren, davon allein das II. US Korps fast 4.000.
Der Durchbruch an der Mareth Linie März´43 Nachdem sich Rommel von Kasserine zurückgezogen hatte, bereitete ers sich auf den Kampf gegen die 8. brit. Armee vor., die ihrerseits zum Sturmangriff auf die Mareth Linie ansetzte. Montgomerys Taktik war, jeden dt. Angriff mit überlegener Artillerie abzuwehren und seine Panzer erst dann einzusetzen, wenn ein Durchbruch der Achsen Truppen drohte. Am 6. Mar´43 griff Rommel auf breiter Front an, blieb jedoch im brit. Abwehrfeuer stecken. Als von 150 Panzern 50 vernichtet waren, wurde der Angriff abgebrochen. Mit überlegenen Kräften durchbrach Montgomery die Mareth Linie nach einem Kampf von ungewöhnlicher Härte. Montgomery stellte ganz besonders in dieser Schlacht seine taktischen Fähigkeiten während für Rommel dieses die letzte Schlacht in Afrika war, bevor er zurückbeordert wurde.
Endkämpfe in Tunesien bis zur Kapitulation April-Mai´43 Ende Apr´43 waren die Achsentruppen auf einer Linie zurückgedrängt, die auf den Hügeln entlang lief, die die Küstenebene um Biserta und Tunis umgeben. An dieser Front standen 19. alliierte Divisionen mit etwa 1.200 Panzern und 1.500 Geschützen bei absoluter Luftüberlegenheit 13 geschwächten Divisionen der Achse mit 300 Geschützen und nur 48 Panzern gegenüber. Nach schweren Kämpfen legten am 12./13. Mai´43 250.415 Deutsche und Italiener die Waffen nieder. Durch den Krieg in Nordafrika verzeichneten die beteiligten Armee an Gefallenen: 18.594 Deutsche, 13.748 Italiener, 35.476 Briten und Commonwealth, 16.500 Amerikaner, d.h. der Krieg forderte einschl. Franzosen ca. 100.000 Tote.
Fazit: Die deutsche Kriegführung in Nordafrika litt vor allem unter der Tatsache, dass Afrika für Grossbritannien nach dem Juni 1940 der Hauptkriegschauplatz zu Lande geworden war. Für Deutschland war Nordafrika nur ein Nebenkriegschauplatz, dem es aufgrund der Lage im Osten nur geringe Unterstützung gewähren konnte.
Auch fehlte ein einheitlich und straff führender Oberbefehlshaber für den gesamten Mittelmeerrau, der von erheblicher strategischer Bedeutung war, da man nur hier Grossbritannien treffen und schlagen konnte. Dadurch mangelte es an guter Koordinierung der überaus zahlreichen Aufgaben und Dienststellen beider Achsenmächte. Die aussergewöhnlichen Nachschubschwierigkeiten, die durch die mangelnde See- und Luftherrschaft über dem Mittelmeer bedingt waren, sind fast niemals überwunden worden. Der Nachschub war in Afrika das Kernproblem aller Überlegungen. Daher war es ein schwerer Fehler gewesen, Malta nicht auszuschalten.
Die Verluste an Flugzeugen, Schiffen, Menschen und Nachschubgütern aller Art auf dem Mittelmeer waren auf Dauer nicht tragbar. Die wegstrecken von den Häfen zur Truppe waren ungewöhnlich lang. Diese Transporte litten unter Zeitbedarf, Treibstoffverbrauch und Feindeinwirkungen aus der Luft.
Im Gegensatz dazu lief der britische Nachschub nahezu ungehindert südlich um Afrika nach Suez. Erst die Hilfeleistungen von Grossgerät durch die Amerikaner ermöglichten die Grossoffensiven, die schliesslich im Zusammenwirken mit der Landung amerikanischer Truppen in Marokko und Algerien das Schicksal der Achsenmächte in Nordafrika besiegelte.