

Von deutschen Panzer-Ass Wittmann abgeschossene brit. Panzer in Villers-Bocage
Am 10. Juni 1944 versuchte die 7. brit. Panzerdivision leicht westlich von Caen hinter der 50. brit. Division durchzubrechen. Die Briten hatten eine Lücke in der deutschen Verteidigung zwischen Caumont und Villers-Bocage erspäht und sofort die 7. Panzerdivision in Marsch gesetzt. Am Morgen des 13. Juni fuhren britische Panzer in Villers-Bocage ein. Zur gleichen Zeit befand sich aber auch Oberleutnant der Waffen SS Michael Wittmann, Kommandant der 2. Kompanie der schweren SS Panzerabteilung 101, ebenfalls mit vier Panzern Typ PzKpfw VI Tiger und einem vom Typ PzKpfw IV im Dorf. Wittmann war erfahrener Panzerkämpfer - an der Ostfront hatte er es auf 119 Panzerabschüsse gebracht. Wittmann selbst traf auf vier britische Cromwell Panzer, die ins Dorf fuhren. In einem nur kurzen Gefecht zerstörte er drei davon, während der vierte an seine Seite zu gelangen versuchte. Doch auch er wurde ein Opfer der 8,8 cm Kanone.
Wittmann schloss sich dann den anderen Tigern an und gemeinsam griffen sie eine komplette britische Panzerkolonne der 22. Panzerbrigade an. Während er an der Seite der Kolonne entlang fuhr, schaltete Wittmann 23 weitere britische Panzer aus kürzester Distanz aus. Dazu kamen noch eine ähnliche Anzahl von Halbkettenfahrzeugen und leicht gepanzerten Fahrzeugen. Die Geschosse der Briten prallten sogar aus nächster Nähe von der massiven Panzerung der Tiger ab.
Als die vier Tiger und der PzKpfw IV durch das Dorf zurückfuhren, erwarteten sie dort aber britische Panzer und eine schwere Panzerabwehrkanone. Alle fünf Panzer wurden durch Schüsse aus nächster Distanz auf ihre dünnere Seitenpanzerung ausgeschaltet. Die Panzerbesatzungen konnten jedoch entkommen. Trotzdem hatte Wittmanns Aktion die Flanken der Panzerlehrdivision gerettet und er erhielt für seine Leistung zu Recht die Schwerter mit Eichenlaub zum Ritterkreuz.
Dipl.-oec. Ralph W. Göhlert , Arbeitskreis Militärhistorie, RK Ratingen

