

Alte Landungsbrücke am Omaha Beach
Zwischen den Pointes de la Perceé et Raz und Port-en-Bessin im Landungsabschnitt Omaha Beach verlief die Landeoperation der Amerikaner in hohem Masse kritisch: Da steigen der Strand und die Dünen auf 50 m Höhe an bis zum felsigen Übergang der Küste zum Plateau. Das Meer war stark bewegt, Landungsboote kenterten bzw. wurden zusammengeschossen und ein Großteil der ins Wasser gelassenen amphibischen Panzer ging mitsamt der Besatzung unter. Hier gab gut ausgebaute Grabensysteme mit Maschinengewehrnestern, Geschützbunkern, Kaliber 7,5 cm und 8 cm mit Pak. Auf dem Strand zwischen der Hoch- und Niedrigwassergrenze befanden sich viele Hindernisse und Minenfelder. Die an Land gehenden amerikanischen Soldaten wurden ohne Deckungsmöglichkeiten am Strand vom Geschosshagel der schlagkräftigen 352. InfDiv empfangen. Der ganze Strand war mit brennenden Panzerfahrzeugen und Schiffen sowie mit Verwundeten und Toten bedeckt.
Sturmbataillone des 116. US Infanterieregimentes sollten, unterstützt von Amphibienpanzern, den Strand nehmen. Aber die Amphibienpanzer waren der rauen See nicht gewachsen. Die Mutterschiffe setzten sie zu weit draussen ab. Einer nach dem anderen versank, nur zwei erreichten den Strand und wurden von der Artillerie zusammengeschossen.
Damit war der Plan gescheitert, der Infanterie mit Panzern den Weg an den steinigen Strand und die steilen Dünenhänge zu bahnen. Immer mehr Landungsboote strömten dem Strand zu. Über sie weg orgelten die Granaten der Schiffsgeschütze. Ihr Feuer lag allerdings zu weit hinter den vordersten deutschen Stellungen. Verhängnisvoller noch irrten sich die Artillerieprähme mit den aufmontierten Raketenwerfern. Das Feuer der deutschen Küstenartillerie liess sie nicht weit genug an die Küste kommen, deshalb feuerten sie aus zu grosser Entfernung. Die Salven schlugen direkt vor den Landungstruppen ein.
Von sechs Landungsbooten wurden vier schon vor dem Strand versenkt; die an Land springenden Soldaten von MG Salven erfasst; wer an den Strand kam, suchte sich schnell Schutz. Pioniere konnte unter Beschuss keine Gasse räumen. So klammerten sich die Sturmtruppen der 1. US-Division und Einheiten der Pioniere an den Strandsaum von knapp 30m Tiefe. Keinen Schritt kamen sie weiter. 6 km war der Omaha Landungsabschnitt breit. Vier Stunden nach dem ersten Sturm lagen 3.000 Tote und Schwerverwundete auf diesem Streifen aus Sand und Kieselsteinen.
Dipl.-oec Ralph W. Göhlert , Arbeitskreis Militärhistorie, RK-Ratingen

