

Wirksamste Reichweite: 7 km; Schussfolge: ca. 30 Sekunden
Geschütze waren nicht verschartet.
Die stützpunktartig ausgebaute Heeresfeldgeschützbatterie Merville befindet sich 13 km östlich der Orne-Mündung, etwa 3 km vom Strand entfernt auf grossen, mit Obstbäumen abgegrenzten Wiesen. Die Geschütze liegen in 2 m dicken Stahlbetonbettungen, die Zugänge sind durch Stahltüren gesichert. Sie haben dort nur eine Schiessrichtung nach Nordwesten und ein Schussfeld von 60°, können aber auch hinausgefahren werden, um so ihr Schussfeld zu verbessern. Die Batterie ist von einem 5 m breiten und 1,5 m hohen Stacheldrahthindernis sowie von einem 10 m breiten Minenfeld mit weiteren Stacheldrahthindernissen umgeben; davor liegt noch ein 100 m breites, eingezäuntes Minenfeld. Die Stacheldrahtumzäunung soll vor allem verhindern, dass weidende Kühe durch das verminte Gelände laufen. Infolge der Wegkreuzungen auf offenem Feld ist die Batterie schwer zu tarnen. Zwar sind die Bunker mit Erde bedeckt und grasbewachsen, dazu die freien pockennarbigen Betonflächen mit Tarnfarbe bestrichen, dennoch markiert der breite Panzergraben ihre Lage. Die Batteriemannschaft zählt 130 Soldaten, überwiegend aus russischen Ostbataillonen. Die Alliierten nahmen aufgrund französischer Angaben an, dass hier 15 cm Kanonen standen und schätzten sie somit als ernsthafte Bedrohung der britischen Landungskräfte ein. Dabei ist die Batterie zum Beschuss von Seezielen überhaupt nicht geeignet und zur Landseite können die Kanonen aus ihren Stellungen gar nicht schiessen. Sie sind ursprünglich darauf eingerichtet, einen Panzerangriff von der Seeseite her abzuwehren.
Durch Bombardement durch 109 Lancaster Bomber mit 382 t Bomben, darunter mehrere von 1816kg, wird die Batterie fast gar nicht beschädigt, das Nachbardorf Gonneville-Merville fast völlig zerstört.
Obwohl die britische Luftlandeoperation gegen die Merville Batterie die aufwendigste und bestvorbereitete Unternehmung des D-Day gegen ein einzelnes Objekt darstellt, kommen lediglich 150 von 700 in England gestarteten Männern bei der Eroberung des Stellung zum Einsatz. Wind und Flak verhinderten eine erfolgreiche Punktlandung. Nach heftigen Kämpfen wird die Batterie erobert, wechselt jedoch noch mehrmals den Besitzer, bis sie im Juli endgültig von britischen Truppen erobert wird.
Dipl.oec. Ralph W. Göhlert ,
Arbeitskreis Militärhistorie, RK Ratingen
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