Dt. Ehrenfriedhof La Cambe


Ehrenfriedhof La Cambe

Zunächst als amerikanisches Gräberfeld errichtet, wurden hier nach Umbettung der amerikanischen Gefallenen auf den neuangelegten Soldatenfriedhof St. Laurent-sur-Mer deutsche Gefallene von der Invasionsfront und den Kämpfen in Nordfrankreich umgebettet. Heute ruhen auf dieser Kriegsgräberstätte 21.222 deutsche Soldaten, in der Mehrzahl zwischen dem 6. Juni und dem 20. August 1944 gefallen. Viele von ihnen waren noch sehr jung: 17, 18, 19 oder 20 Jahre alt, Mitglieder der SS Division Hitlerjugend. Sie starben bei der Landung der Alliierten und den nachfolgenden Kämpfen in der Region.

Der amerikanische Gräberdienst bestattete die deutschen und amerikanischen Gefallenen auf zwei nebeneinanderliegenden Gräberfeldern. 1945 überführten sie etwa 2/3 ihrer Gefallenen auf Wunsch der Angehörigen in die Heimat. Für die übrigen entstand etwa 15 km von La Cambe entfernt, der amerikanische Soldatenfriedhof St. Laurant-sur-Mer (Colleville). Das deutsche Gräberfeld, der heutige Friedhof blieb bestehen.

1954 wurde im deutsch-französischen Kriegsgräberabkommen festgelegt, La Cambe zu einem von sechs deutschen Sammelfriedhöfen in der Normandie auszubauen.

Das Zentrum des Soldatenfriedhofes bildet ein fast sechs Meter hoher Tumulus, der als Kameradengrab 207 unbekannte und 89 namentlich bekannte Kriegstote aufgenommen hat. Auf seiner Spitze steht ein gewaltiges Basaltlavakreuz mit zwei Seitenfiguren.

Über 200.000 Menschen starben im Sommer 1944 während der Kämpfe nach der alliierten Landung in der Normandie: Amerikaner, Briten, Deutsche, Franzosen, Kanadier, Polen. Mindestens 14.000 französische Zivilpersonen sind darunter, viele von ihnen Opfer der schweren alliierten Bombenangriffe. Sie wurden unschuldig in den Krieg mit hineingerissen. Aber auch die Soldaten der Nationen, die heute auf den Kriegsgräberstätten in der Normandie ruhen, hatte man nicht gefragt, ob sie sterben wollten.

Leistung und Opfer der deutschen Frontsoldaten wird immer geschmälert von einem auf Eroberung abzielenden und letzten Endes verlorenen Krieg. Dass dies alles unter Hitler geschah, war die Tragik der deutschen Soldaten. Sie würden es verdient gehabt haben, in besseren Zeiten einem edleren Herren zu dienen.

Dipl.oec. Ralph W. Göhlert , Arbeitskreis Militärhistorie, RK-Ratingen

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