
Geschichte, Einsatz, Aufgaben
Bei der französischen Fremdenlegion oder Légion étrangère handelt es sich um um einen Verband der französischen Armee, der sich vorwiegend aus Ausländern und Staatenlosen zusammensetzt. Die Legion wurde im Jahre 1831 vom Bürgerkönig Louis Philippe gegründet, um Algerien zu erobern. Seitdem kämpfte die Fremdenlegion in allen Teilen des französischen Kolonialreiches, vor allem aber in Nordafrika, wo sie bis 1962 in Sidi-Bel-Abbès ihr Stammquartier hatte.
Nach altem Brauch leisten die Fremdenlegionäre ihren Eid nicht auf Frankreich, sondern auf „ihren“ Truppenteil, in dem sie Dienst tun. Das Kommando führen stets die besten französischen Offiziere ihres Jahrgangs.
Die Legion kämpfte aber nicht nur in den französischen Kolonien, sondern wurde in den Kriegen 1870/71 sowie auch im Ersten und Zweiten Weltkrieg zur Verteidigung Frankreichs eingesetzt.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Fremdenlegion ausser in Frankreich auch in Norwegen und Nordafrika eingesetzt zur Wahrung französischer Interessen. Nach dem Waffenstillstand übernahm die Kolonien, etwa 2.000 deutsche Fremdenlegionäre in das InfRgt 361, die dann in Nordafrika zur Bekämpfung der britischen 8. Armee eingesetzt wurden. Auf der Gegenseite kämpfte die 13. Halb-Brigade, die zur ersten Kerntruppe der freifranzösischen Streitkräfte gehörte.
Nach der alliierten Invasion wurde die Fremdenlegion neu organisiert: 3 Regimenter kämpften in Tunesien, 3 andere gehörten zur französischen 1. Armee (de Lattre de Tassigny), die später bis an den Rhein und an die Alpen vorstiess.
Die Fremdenlegion meldete im Zweiten Weltkrieg insgesamt 9.071 Gefallene und Vermisste.
Nach dem Krieg warb die Fremdenlegion intensiv gefangene Deutsche an, um sich für die bevorstehenden Kolonialkriege zu rüsten. Zeitweise war der Personalbestand zu 70% deutsch.
In den Kriegen der Nachkriegszeit war die Fremdenlegion immer dann beteiligt, wenn es um die Wahrung der französischen Interessen ging. So z.B. in Französisch-Indochina, Algerien, Französisch-Westafrika.
Seit 1962 sind die Einheiten der Fremdenlegion in Südfrankreich, Korsika, Djibouti, Madasgaskar, Tahiti und Französisch-Guyana stationiert.
Obwohl auch zum heutigen Tage eine sagenumwobene Söldnertruppe, hat sich das Aufgabenspektrum der Fremdenlegion gewandelt. Bei der Legion handelt es sich heute um eine hochspezialisierte Truppe, die Sonderaufgaben und Kommandounternehmen im Rahmen der französischen Armee durchführt.
Seit Ihrer Gründung im Jahre 1831 starben aus den Reihen der Legion insgesamt 902 Offiziere, 3.176 Unteroffiziere und über 30.000 Legionäre für Frankreich.
Dipl.-oec. Ralph W. Göhlert , Militärhistorischer Arbeitskreis RK Ratingen

