Russland, Mittelabschnitt

Suchdienstbericht des Deutschen Roten Kreuzes:

Über das Schicksal des Verschollenen Franz Mauel.
Truppenteil: Grenadier-Regiment 696 der 340. Infantrie-Division.
Vermißt seit 28. August 1943

Das Ergebnis aller Nachforschungen führte zu dem Schluß, daß Franz Mauel mit hoher Wahrscheinlichkeit am Franz Mauel28. August 1943 im Raum Rylsk-Amon, 120 Kilometer westlich von Kursk, gefallen ist.

Nach dem Scheitern der deutschen Offensive auf Kursk im Juli 1943 hatten sich die Verbände der Heeresgruppe Süd wieder auf ihre vorherigen Stellungen zurückziehen müssen. Mit ihren Reserven stieß die sowjetische 60. Armee aus dem Raum Kursk nach Südwesten in Richtung auf Konotop vor. Auf der Linie Sewsk - Rylsk - Sumy konnte der sowjetische Angriff zunächst aufgehalten werden.

Die 340. Infanterie-Division war nach den Rückzugskämpfen aus dem Raum Kursk seit Mitte August 1943 im Rahmen des XIII. Armee-Korps bei Amon, 25 km nördlich von Rylsk, an der Rollbahn von Kursk nach Tschernigow, zur Verteidigung eingesetzt.
Am 19. August wiederholte die sowjetische 60. Armee ihre Angriffe auf Konotop, in deren Verlauf Einheiten der Division örtliche Angriffe bei Krupez, 20 km westlich von Rylsk, und 8 km ostwärts von Amon bei Weshonka abzuwehren hatten.
Als der Gegner am 28. des Monats seine Angriffe verstärkte, wurden Grenadiere des Regiments 695 bei Kalinowka (Chomutowka) und Krassnaja Poljana, Einheiten des Grenadier-Regiments 695 bei Prichodkowka - alle Orte nördlich von Amon - in Verlustreiche Gefechte verwickelt. Einen Tag später entbrannten auch südostwärts davon bei Nadeika und Turajewo (Turajewka) heftige Kämpfe.
Gleichzeitig fielen die 50 bzw. 80 Kilometer norwestlich von Rylsk gelegenen Städte Gluchow und Woronesh in sowjetische Hand. Um der Gefahr einer Einschließung zu umgehen, mußte sich die Division über den Sejm-Fluß auf Konotop zurückziehen.
Dabei kam es am 30.August bei Alexandrowska und Nochowoje, dicht südlich von Krupez an der Rollbahn nach Gluchow, zu verlustreichen Nachhutgefechten. Die stark geschwächten Einheiten wurden danach im Raum ostwärts von Konotop zusammen mit dem größten Teil der 327. Infanterie-Division zu einer neuen Kampfgruppe zusammengestellt.

Seit diesen Kämpfen werden zahlreiche Soldaten der 340. Infanterie-Division, darunter auch der verschollene, vermißt. Für einige von ihnen liegen Hinweise vor, wonach sie gefallen sein sollen. Viele aber haben in den hügeligen, teils bewaldeten und von Sumpfniederungen durchzogenen Gelände, sowie bei Ortskämpfen den Tod gefunden, ohne das es von Kameraden bemerkt wurde.
Auch Verwundetentransporte und Verbandsplätze gerieten in das Feuer von Artillerie und Panzern.
Es gibt keinen Hinweis dafür, daß der Verschollene in die Gefangenschaft geriet; er wurde auch später in keinem Lager gesehen.
Alle Feststellungen lassen nur die Schlußfolgerung zu, daß er bei diesen Kämpfen gefallen ist.

© 2007 Hans Dieter Mauel

Hauptfeldwebel d.R. , Arbeitskreis Militärhistorie, RK Ratingen