

Mit Ausnahme weniger Wochen der Auffrischung und Ausbildung dicht hinter der Front hat die 121. InfDiv nahezu vier Jahre lang ununterbrochen - geduldig, zäh und fast glanzlos - den Kopf hinhalten müssen. Sie gehörte zu den Hunderten von von pferdebespannten Divisionen, die in Mitteleuropa mit dem Zweiten Weltkrieg ausgestorben sind.
Die 121. Infanterie-Division war eine Division der 11. Aufstellungswelle des Wehrkreis X (Hannover) und wurde ab Oktober 1940 im Munsterlager in der Lüneburger Heide im Reichsgebiet aufgestellt. Im November 1940 war die Division zusammengestellt, und ihren bildeten Kern die Infanterieregimenter 405, 407 und 408. Sie entstand aus Abgaben der 1. InfDiv, 21. InfDiv und des Feldheeres.
Unmerklich hat sich die 121. InfDiv im Laufe der Zeit verändert. Junger Ersatz und Genesende, zum Teil aus anderen Divisionen, ersetzten ihre ausserordentlich hohen Verluste. Trotzdem nahm die Zahl ihrer Kämpfer, besonders die ihrer Infanteristen, ständig ab, wenn auch durch die Einführung besserer Infanterie- und Panzerabwehrwaffen, berechnet auf den Kopf der Kämpfer in der HKL, ihre Feuerkraft stieg.
In den Augen ihrer zunächst etwa 16.000 Soldaten sowie der vielen Tausende, die später zu ihr stiessen, blieb die 121. InfDiv immer die gleiche. Dem einen wurde sie über Jahre, anderen über Monate und einem Teil nur für wenige Wochen eine Art militärischer Heimat. Vielen war sie vor ihrem Tode die letzte Heimat, denn die meisten, vor allem die Infateriekämpfer der vordersten Front, kehrten, sofern nicht zum Krüppel geschossen, aus den Sumpfwäldern des nördlichen Russland und von der Verteidigung der baltischen Länder nicht mehr heim.
Gliederung der 121. InfDiv
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Infanterieregiment 405
- Infanterieregiment 407
- Infanterieregiment 408
- Divisions – Füsilier- Bataillon 121 (A.A.)
- Artillerie Regiment 121
- Panzerjäger Abteilung 121
- Pionier Bataillon 121
- Infanterie Divisions Nachrichten Abteilung 121
- Kommandeur Infanterie Divisions Nachschubtruppen 121
- Feld Ersatz Bataillon 121
Die 121. InfDiv wies die Normalgliederung wie eine Friedensdivision der 1. Welle auf, unterschied sich jedoch von ihr wie folgt:
Infanterieregimenter: anstelle Reiter-Zug eine
Radfahr-Schwadron
Aufklärungs-Abteilung: in der schweren Schwadron statt des
Panzer-Spähzuges ein Pionier (mot.) Zug
Pak-Kompanie: beim Infanterieregiment: 9x Pak 3,7cm und
2x Pak 5cm,
bei Panzerjäger-Abtlg: 8x Pak 3,7cm, 3x Pak 4,7cm (franz.)
Die Aufklärungs – Abteilung (A.A.) und die Panzerjäger Abteilung wurden im August 1943 zur Schnellen Abteilung 121 zusammengefasst.
Einsatz der 121. Infanteriedivision
ab Juni 1941 im Nordabschnitt der Ostfront, Vormarschkämpfe bei
Wirballen, Kybartei über Pilviskiai auf Kowno und bis zur Einnahme
der Stadt. Verfolgungskämpfe entlang des Düna. Kämpfe bei Kraslawa
und an der Sarjamka, im Raum Kujassewo, bei Ssabelje und Michailow
Pogost.
Angriffskämpfe im Raum Tschelnoi, um Ljuban, an der Ishora und im Raum Sluszk. Einbruch in den Befestigungsring im Raum Krassnoje – Selo – Puschlin und bei Kolpino.
Einsatz der 121. InfDiv im Wolchow–Abschnitt. Angriffs- und Abwehrkämpfe bei Gaitolowo und an der Tschernaja. Kampf im Raum Mudra-Lager, Klosterdorf, bei Smerdyna und im Raum ostwärts der Ssinjawino Höhen. Abwehrkämpfe im Raum Schapki und an der Plussja, dann folgt der Rückzug auf die Panther–Stellung.
Kämpfe an der Bahnlinie Pleskau – Ostrow, im Raum Panewo – Roshkopolje und bei Suweja und Litkino.
Rückzugskämpfe über Kuchtwa in die Balten – Stellung bei Petseri.
Abwehrkämpfe in der Marienberg Stellung, im Raum Ergli bei Sepenskrog – Glazniecki und im Raum Preekuln bei Audari.
Die Reste der Division wurden aufgrund der schweren Verluste in einer Kampfgruppe zusammengefasst und im März 1945 der Festungskommandantur Liebau an der Barta unterstellt. Hier kamen die Reste der Kampfgruppe in russische Gefangenschaft.
Der Traditionsverband der
121. ostpreuss. InfDiv
Eine Gedenkstätte für die 121.
Ostpreussische Infanteriedivision befindet sich in Bückeburg im
Schlosspark (siehe Foto). Der Traditionsverband dieser Division
trifft sich alljährlich dort im Herbst zu einer
Kranzniederlegung.
Literaturempfehlung:
-
van Heesch, Wilhelm
Meine 13. Infanterie-Geschütz-Kompanie
Grenadier-Regiment 408 1940-1945
Weg und Schicksal einer Kampfgemeinschaft
im Verband der 121. Infanterie-Division
-
Geschichte der 121. ostpreussischen Infanterie-Division 1940-1945
Herausgegeben vom Traditionsverband der Division
Selbstverlag des Traditionsverbandes der 121. Infanterie-Division 1970
Hauptmann d.R. Dipl.-oec. Ralph W. Göhlert , Arbeitskreis Militärhistorie, RK Ratingen

